Mittwoch, 19. Oktober 2011

Emil Bulls - Live Review Lido Club Berlin


Berlin, Lido Konzertbericht – 15.10.2011
Emi Bulls, Guns Of Moropolis, More Than Crossed

Nach dem großen Erfolg, den die Veröffentlichung der Scheibe “Phoenix” im Jahr 2009 mit sich zog, stieg der Druck für EMIL BULLS, gerade von Seiten der Plattenfirma aus. Mit 16 Jahren Bandbestehen, 7 releasten Alben und hervorragenden Liveauftritten, sind auch die Erwartungen seitens der Fans nicht allzu gering. Die Münchner lassen sich davon aber nicht einschüchtern. Mit dem neuen Glanzstück „Oceanic“ schaffen sie es, einen weiteren Meilenstein in die Diskografie einzureihen und wollen es jetzt offenbar erst recht wissen! Passend dazu beginnen sie am 13. Oktober die Oceanic Tour und begrüßen die Hauptstadt am dritten Tag im Lido Club. Support übernehmen GUNS OF MOROPOLIS und MORE THAN CROSSED.

Einige Stunden vor Beginn wird via Facebook Seite angekündigt, dass der Einlass zur ausverkauften Show bereits eine halbe Stunde eher stattfindet und so treffen wir um halb 7 eine Schlange Wartender an.

Na dann lassen wir die Party mal steigen. Die vier Berliner, genannt MORE THAN CROSSED, fanden vor 9 Jahren zu einander und begannen mit einer ordentlichen Portion Metalcore eifrig nach den Sternen zu greifen. Die harte Arbeit hat sich gelohnt, denn heute dürfen sie, das bereits gut gefüllte Lido, für EMIL BULLS anheizen. Lange lassen die Jungs auch nicht auf sich warten. Ein wenig an BULLET FOR MY VALENTINE erinnern sie ja schon, sowohl musikalisch als auch optisch. Sänger Steve zeigt sich von Anfang an, sehr solide und auch seine Kollegen rocken ganz gut durch. Der Sound könnte zwar etwas klarer sein, die Leute vor der Erhöhung gehen dennoch zu Songs wie „Not Looking Back“ ab und singen stellenweise sogar die Texte mit. Die Jungs lassen mit geschütteltem Haar, passendem Posing und leidenschaftlichem Musikzieren den ganzen Auftritt nach einer Menge Spaß aussehen, was von den Gästen auf der Tanzfläche nicht ignoriert werden darf. Somit liefern sie uns hier einen durchaus gelungenen Auftakt.

Nach einer kurzen Pause sagen wir „Hallo“ zu GUNS OF MOROPOLIS aus dem Schwabenland. Die Drei betiteln das, was sie uns da präsentieren wollen, als „Metalbilly“ und erinnern dabei ziemlich stark an VOLBEAT. Das sich der Vocalist August Paulsen nennt, bestärkt das diesen Eindruck dann noch. Obwohl sich schon ein paar mehr Gäste im Lido eingefunden haben und die Jungs einen sehr guten Start hinlegen, wirkt nicht jeder so angetan wie zu den Vorreitern. Ein wenig geklatscht und gejubelt wird trotzdem nach jedem Song. Mit Stücken wie „Hdh-Dk-25“ oder „James“ zeigen sie, wie viel Spaß Rock´n´Roll machen kann, auch wenn der Sound etwas gradliniger sein könnte und das Mikro ruhig ein paar Volume-Stufen mehr vertragen könnte. Eine kurze Anmerkung, wie sehr sie sich freuen, mit EMIL BULLS auf Tour zu sein und dann schafft man es endlich mit „In Dynamite We Trust“ und „Mc Boogie“ einige auf die Tanzfläche zu ziehen. Ein überzeugender Auftritt, der so manchen hoffentlich dazu veranlasst beim nächsten Besuch etwas mehr Party zu machen.

Nun aber genug der Warterei. Wie schon auf den Plakaten mit „Sold out“ beklebt, wird in der Halle nun ziemlich gedrängelt und die Vorfreude breitet sich mit jedem Atemzug mehr über den Köpfen aus. Das Licht geht aus, das Gejubel an, „The Concubines of Debauchery“ dröhnt aus den Boxen und die Münchner betreten zur Freude aller die Bühne. Mit dem Übergang zu „Epiphany“ stürmt jeder auf die Bühne zu und verwandelt den Club in einen einzigen Moshpit. Da verwundert es, das Sänger Christoph von Freydorf zu „Jaws of Oblivion“ die Masse zusätzlich auffordert „den Laden platt zu machen“. Egal, dem wird gefolgt und noch eines drauf gesetzt. Erfreulicherweise reihen sich auch ein paar ältere Klassiker wie „Here Comes The Fire“ oder „The Most Evil Spell“ in die Setlist. Bei diesen bräuchte Herr von Freydorf eigentlich nichts tun, da das Publikum textsicher ist und die Wände auch ohne Mikrofon in Vibrationen versetzt. Wer ein wenig melodischeren Tönen angetan ist, kommt mit „The Saddest Man On Earth…“ oder „I Don´t Belong Here“ ebenfalls auf seine Kosten. Ein beeindruckendes Bild ist es schon, wie sich ein Chor nach dem anderen angeführt von Christoph im Raum erhebt, dazu noch energiegeladene Performance auf der kompletten Bühne – einfach perfekt! Da darf die lautstarke Antwort auf die Frage „Wer hat die geilsten Fans?“ mit „EMIL BULLS“ natürlich nicht fehlen. Zum Schluss wird jeder nochmal mit ein wenig Härte beglückt. „Newborn“, „When God Was Sleeping“ und „Worlds Apart“ geben genug Grund noch einmal die Restenergie zusammen zu packen und alles zu geben. Nach vollen 18 Songs in nur anderthalb Stunden ist dann aber Feierabend. Auch wenn man sich dem mitreißenden Spektakel ruhig weitere zwei Stunden hätte hingeben können.

Im Großen und Ganzen gab es neben klitzekleinen soundtechnischen Mängeln nichts zu beanstanden. MORE THAN CROSSED und GUNS OF MOROPOLIS haben ihre Aufgabe als Anheizer mit Bravur gemeistert und auch EMIL BULLS haben es wieder einmal geschafft alle Erwartungen um einiges zu überbieten. Vielen Dank für diesen wahnsinns Abend!

EMIL BULLS - Setlist:

01. The Concubines Of Debauchery
02. Epiphany
03. Battle Royal
04. The Jaws Of Oblivion
05. All In Tune With the Universe
06. Here Comes the Fire
07. The Most Evil Spell
08. Between the Devil and the Deep Blue Sea
09. The Saddest Man On Earth Is the Boy Who Never Weeps
10. Not Tonight Josephine
11. We Don´t Believe In If´s
12. Wolfsstunde
13. Ad Infinitum
14. I Don´t Belong Here
15. Nothing In This World
16. Newborn
17. When God Was Sleeping
18. Worlds Apart

Review von Katharina Vogel

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