Donnerstag, 17. Februar 2011

Dornereich Live Review K17 Berlin

Flammentriebe Tour 2011
Dornenreich, Agrypnie
K17 15.02.2011

DORNENREICH feiern ihr 15-jähriges Bestehen und touren mit ihrer vor Kurzem erschienenen Platte „Flammentriebe“ durch die Republik.

Als Support haben die drei Österreicher AGRYPNIE im Gepäck, was dem einen oder anderem Metaller höchst erfreuen dürfte, da sie nicht gerade mit der Anzahl ihrer Live Auftritte glänzen. Bei schon zwei ausverkauften Shows auf der Tour war zu hoffen, dass sich auch das K17 gut füllt. Diese Vorahnung bestätigte sich zwar auch, wirkte sich jedoch nicht auf die Stimmung im Publikum aus. Klar darf man auf einem Black Metal Konzert kein überschwängliches Gebrüll erwarten, jedoch auch keine gähnende Stille. Die gern gelobten Agrypnie, Nachfolgeband des Ex-Nocte Obducta Sängers Torsten, überzeugten an diesem Abend sicherlich nicht durch ihre Begeisterung auf der Bühne. Auch wenn der Begriff Agrypnie Schlafstörung bedeutet, befanden sich die Bandmitglieder eher im Tiefschlaf. Charisma und Hingabe konnte man nur vergebens suchen. Vom Publikum bekamen sie als Dank auch nur mäßigen Applaus. Einzig der Sound war gut, und wenn dort nicht so unmotivierte Musiker gespielt hätten, die die Dynamik ihrer Songs in eine uninspirierende Monotonie verwandelten, hätten am Ende des gut 30-minütigen Konzertes vielleicht mehr als 2 Menschen nach einer Zugabe gerufen. Allein bei „Fenster zum Hof“ und „Schlaf“ sprang der Funke kurzzeitig über und man konnte ein paar mehr Köpfe kreisen sehen.

Setlist:
Figur 109-3
Der tote Trakt
Kellerseelenwanderung
Und führet mich nicht in Versuchung
Morgen
Fenster zum Hof
Schlaf

DORNENREICH beginnen nach einer kurzen Umbaupause mit ihrem Akustik-Set. Eviga und Inve beweisen sofort, dass mit so viel Leidenschaft und Ausstrahlung eine Akustik Gitarre und eine Geige eine größere Bühnenpräsenz haben können, als so manch 5-köpfige Black Metal Band. Auch wenn die Halle nun sichtlich leerer geworden ist, reißen Dornenreich das zumeist weibliche Publikum in ihren Bann. Gedankenverloren kann man den beiden zuhören wie „Drang“ und „Reime faucht der Märchensarg“ im Mid Tempo zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch kein bisschen schlechter sind, sondern ihre ganz eigene schwebende Atmosphäre entstehen lassen. Leider wird das nicht vom gesamten Publikum gewürdigt, da meist im hinteren Teil der Halle lautstark gesprochen wird.
Eine halbe Stunde später ist der Akustik Teil auch schon vorbei und die Halle füllt sich wieder. Das Duo bekommt nun Unterstützung vom Schlagzeuger Gilvan. Ein sichtlich erfreutes Publikum feiert das 60-minütige Metal-Set (Mädchengekreische inklusive), auch wenn der Großteil der Songs aufgrund ihrer eher ruhigen Stimmung an das Akustik Set erinnert, bleibt „Flammenmensch“ vom neuen Album der absolute Höhepunkt des Abends, da er wie ein Flächenbrand das gesamte Publikum mitreißt. Einziger Makel am Auftritt waren die zu langen Pausen zwischen den einzelnen Songs, da Eviga meinte, seine Gitarre nach jedem Song stimmen zu müssen. Bei den Zugaben „Der wunde Trieb“ und „Wer hat Angst vor Einsamkeit“ beweisen Dornenreich noch einmal wie sehr sie doch ihre Instrumente beherrschen, und verabschieden sich in die Nacht.

Fazit. Positiv: Musiker, denen man anmerkt, mit wie viel Herzblut sie Musik machen! Negativ: Strobolicht!, Metaller, die während des Akustik Teils die fehlenden Gitarrenverstärker durch ihre Stimmen ersetzen wollen

Review von Evelin F.
Fotos von Diana M.

Hier geht es zu den Fotos vom Abend.

Kommentare:

Dagarhen hat gesagt…

Dornenreich war leider in meinen Augen eine Sache zu bemäkeln, die Drums waren zu laut und mit der Geige ging die Gitarre oftmals leider unter. Agrypnie sehe ich nicht ganz so, weil ich finde Agrypnie waren jetzt nicht so schlecht, Thorsten ist genauso abgegangen wie ich es vom Summer Breeze 2008 noch in Erinnerung habe

Anonym hat gesagt…

Bei Agrypnie war der Sound grottig, deswegen hatte keiner Lust, etwas zu machen! Habe mich mit mehreren Leuten danach darüber unterhalten. Das lag nicht an der Band - das ist schlichtweg eine zu persönliche Meinung der Reviewautorin, die den gesamten Auftritt damit nicht gerade kompetent beschreibt. Die Songs von Agrypnie sind immer etwas monoton, das gehört zu deren Stil und ob man das persönlich mag oder nicht, hat in einem Review nichts zu suchen.

Ven hat gesagt…

Dem Agrypnie betreffend stimme ich zu. "Bandmitglieder eher im Tiefschlaf" lässt vermuten, dass der Schreiberling auf einem anderen Konzert gewesen zu sein schien oder die persönliche Meinung über die Band zu viel EInfluss in der objektiven Bewertung nahm. Torsten & Co waren alles andere als Schlaftabletten (der Fotograf muss es schließlich wissen ;p ).

Der Sound bei Dornenreich war wohl nur für die Wenigen in der Mitte der Halle ausreichend positiv; die perfekte Abstimmung ist dort eben immer wieder eine Herausforderung; hätte aber schlimmer sein können.

Wen´s interessiert hier übrigens noch die Setlist vom Dornenreichmetalpart:

Intro
Jagd
Schwarz Schaut Tiefsten Lichterglanz
Flammenmensch
Der Wunde Trieb
Der Hexe Flammend Blick
In Allem Weben
Leben Lechzend Herzgeflüster

Grell und Dunkel strömt das Leben
Trauerbrandung
Wer hat Angst vor Einsamkeit