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Freitag, 3. Mai 2013

Jeff Hanneman ist tot

Slayer-Gitarrist Jeff Hanneman ist im Alter von 49 Jahren an Leberversagen
gestorben, vermutlich eine Nachwirkung eines Spinnenbisses, der ihn bereits seit über zwei Jahren so sehr malträtiert hat, dass er in dieser Zeit in der Band ersetzt wurde.

Hanneman war Gründungsmitglied von Slayer und zeichnet sich für einige der wichtigsten Songs der Totschläger verantwortlich (u.a. 'Angel Of Death',  'Raining Blood', 'War Ensemble', Seasons In The Abyss' und 'South Of Heaven'). Er hatte maßgeblichen Anteil am typischen Slayer Riffing, das in seiner Kombination aus Brutalität und dunkler Atmosphäre revolutionär war und Legionen von Bands im Thrash, Death und Black Metal beeinflusst hat. Die düstere Atmosphäre, die Slayer von im selben Zeitraum aufsteigenden Bands wie Exodus, Metallica oder Metallica unterschied, wurde durch die Verwendung des Tritonus erreicht, dem die Band mit ihrem Album "Diabolus in Musica" ein Denkmal gesetzt hat (der Tritonus wurde aufgrund seines dunklen und ungewohnten Klangs auch als "Teufel in der Musik" bzw "Diabolus in Musica" bezeichnet). Mindestens genauso sehr war Jeff für seine provokanten Texte bekannt, die er gerne aus der Sicht von Massenmördern schrieb. Seine Faszination für die NS-Zeit verbunden mit einem wenig ausgeprägtem Bewusstsein für die Problematik des Themas brachten ihm mehrfach Probleme ein (prominentestes Beispiel ist sicherlich der Text zu 'Angel Of Death' auf "Reign In Blood", der vom KZ-Arzt Josef Mengele handelt). Jeffs Anteil daran, dass Slayer eine provokative, brutale, revolutionäre musikalische Waffe waren/sind, kann man gar nicht hoch genug einschätzen.

Hier die Orignalmeldung, die Slayer auf ihrer Homepage veröffentlicht haben: "Slayer is devastated to inform that their bandmate and brother, Jeff Hanneman, passed away at about 11AM this morning near his Southern California home. Hanneman was in an area hospital when he suffered liver failure. He is survived by his wife Kathy, his sister Kathy and his brothers Michael and Larry, and will be sorely missed.

Our Brother Jeff Hanneman, May He Rest In Peace (1964 - 2013)"


Jeff, du hast die Metalwelt in unschätzbarem Maße bereichert, und ich bin mir sicher, dass du deinen Platz als Konzertmeister der Hölle eingenommen hast.

Ruhe In Frieden  

Sonntag, 14. April 2013

Live Review Hypocrisy - Berlin, K17


Hypocrisy-Europatouren sind verflucht! Bereits bei der 2010er-Tour musste die
zweite Vorband (seinerzeit war es Hatesphere) kurz vor Berlin absagen, diesmal sind es Hate. Der Anlass dafür ist umso trauriger: Bassist Mortifer verstab einige Tage zuvor im Tourbus. Dessen Tod ist eins der Hauptgesprächsthemen der Fans, die Tourorganisation macht hingegen aus der Not eine Tugend und verordnet den anderen beiden Bands längere Spielzeiten, einen Preisnachlass gibt es dagegen nicht. Der Gang zum Shirtstand hält verhältnismäßig hohe Preise (20€ für ein Shirt auch für Essence) bereit, der Andrang ist trotzdem groß, was auch daran liegt, dass das K17 voll wie selten ist, und Zeit dafür ist auch genug, denn der Beginn verschiebt sich um eine halbe Stunde nach hinten.

ESSENCE legen los und können sich gleich über viel Zuschauerzuspruch freuen – bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Truppe stilistisch (technischer Thrash Metal mit Spät-Schuldiner-Versatzstücken) nicht so recht zum Headliner passen will. Tatsächlich ist an der Instrumentalfront alles in Ordnung, der Krächzgesang ist dagegen stark gewöhnungsbedürftig und das Songmaterial hat häufig einen Schlenker zu viel drin, was den Hörgenuss auf Dauer erschwert. Etwas mehr Schmiss in den Riffs wäre wünschenswert. Die Bühnenpräsenz geht dagegen mehr als in Ordnung, so dass das Fazit durchaus positiv ist.

HYPOCRISY gehen danach in die Vollen: Eine für diesen Club schon zu große, grell blendende Lichtanlage, mehrere große Banner und eine top-eingespielte Band, die mit dem Titelsong des aktuellen Albums „End Of Disclosure“ einsteigt und sofort das gesamte Publikum auf ihrer Seite hat. In den folgtenden 100 Minuten bleibt kein Stein auf dem anderen und die Temperaturen im K17 erreichen bedenkliche Höhen. Wie immer bei Headlinergigs reichern die Schweden ihre unverzichtbaren Standarts (u.a. 'Roswell 47', 'Fractured Millenium', 'Fire In The Sky', 'Eraser') und Neuwerke mit ein paar Raritäten an (u.a. 'Buried', 'Left To Rot' und 'Necronomicon'), was dementsprechend Neuzugänge, Gelegenheitshörer, Altfans und absoluten Fanatiker gleichermaßen bedient. Auch die Mischung aus epischem Midtempomaterial und schnellen Brechern stimmt, wodurch keine Stimmungslöcher entstehen, aber ab und an für Musiker wie Publikum gleichermaßen nötige Verschnaufpausen eingelegt werden. Tränensäcke-Of-Hell-Peter ist gut drauf und heizt die Meute mit einer lockeren Selbstverständlichkeit immer weiter an, dass einem das schon Bewunderung abringt. Selbst der Sound spielt mit, auch wenn die Truppe sich mal einen Livekeyboarder zulegen könnten, genug Einsatzstellen sind definitiv vorhanden und die ganzen Keyteppiche aus dem Off bringen unnötige Statik in die Performance. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau, denn sicherlich geht kein HYPOCRISY-Fan heute enttäuscht nach Hause.
Felix Patzig

Montag, 10. Dezember 2012

Kreator nehmen Live-DVD auf

Kreator werden die Oberhausen-Show am 22.12.2012 für eine DVD-Nachbearbeitung aufnehmen. Folgendes ist von den Thrashern zu lesen: "Die „Phantom Antichrist“-Welttournee ist danke all Euch Fans eine der erfolgreichsten und besten in der Geschichte KREATORs! So haben wir haben beschlossen, bei unserer Show in Oberhausen am 22. Dezember ein neues Live-Album / DVD/Blu Ray mitzuschneiden! Der Gig wird mit 24(!) Kameras und in 5.1-Sound eingefangen.Wir werden versuchen, das perfekte KREATOR-Live-Erlebnis für Euch einzufangen! Wer also Teil dieses Spektakels sein möchte, für den gibt es immer noch Tickets! Aber beeilt Euch besser – der Vorrat reicht nicht mehr lange!" Das Berlin-Konzert, das bereits für Tape-TV mitgeschnitten wurde, wird also vermutlich keine Verwendung finden.

Samstag, 8. Dezember 2012

Live Review Motörhead – Velodrom Berlin


Lemmy ist zuverlässiger als das Christkind
Aaaaaaaaaaalle Jahre wiiiiiiiiiiiiiiieder kommt das Christuskiiiiiiiiiiiind...“. Ich kann mir nicht helfen, die Floskel drängt sich einfach auf, wenn jemand wie Lemmy am 24. Dezember Geburtstag hat und dann auch wirklich jedes Jahr im Dezember vorbei kommt. Ich will ja nicht munkeln, aber der Weihnachtsmann war nie so zuverlässig. Dennoch verwundert es, dass das Konzert zwei Mal verlegt werden muss. Nach der Columbiahalle und dem Hangar 2 ist also jetzt das Velodrom dran und lässt soundtechnisch das schlimmste befürchten (zu recht, wie sich während der Konzerte herausstellen soll). Ich bin selten in so großen Hallen und freue mich sehr über die riesige Anzahl an Garderoben (und vor allem darüber, dass ein großer Teil der Besucher sich auf nicht mal die Hälfte verteilt und ich meine weiter hinten gelegene mehr oder weniger alleine in Beschlag nehmen kann), während die meisten Fans sich mit Currywurst und Bier eindecken (beides natürlich total überteuert), sich das Merchangebot anschauen (ebenso überteuert, die Leute kaufen ärgerlicherweise trotzdem wie bescheuert) oder entgegen dem Klischee ihre grenzenlose Toleranz unter Beweis stellen, indem sie das unglaublich uninspirierte Geschrammel von DIARY OF A HERO mehr oder weniger klaglos ertragen und zwischen den Songs sogar Höflichkeitsapplaus spenden. Die Truppe hat offensichtlich entweder zu viel Geld (Stichwort: Pay To Play) oder die Musiker haben für diesen Tourslot Dinge getan, über die ich lieber nicht zu genau nachdenke – an ihrer musikalischen Qualität kann der Zuschlag jedenfalls nicht liegen.

Anthrax-Chef Scott Ian wieder
auf der Gewinnerseite
ANTHRAX haben es danach umso leichter und avancieren schnell zum Überraschungssieger des Tages. Kaum eine Thrash-Legende wurde in den letzten Jahren so effektiv abgewirtschaftet (mit Ausnahme von Sepultura), was weniger musikalische Gründe hat als an Scott Ians teilweise eher weniger genialen Geschäftspolitik liegt. Das heißt: Selbst wenn einem die Truppe nur noch schwer sympathisch sein kann, muss man ihre musikalische Leistung anerkennen. Und ANTHRAX nutzen die neue Chance, die sich ihnen erst mit dem Big4-Hype und nun mit der Motörhead-Tour ergibt. 'Caught In A Mosh' verfehlt als Opener seine Wirkung nicht, und die Amis haben mit einer Mischung aus alten Brechern (einschließlich der üblichen beiden Cover) und Material von ihrem aktuellen Album „Worship Music“ schnell alle auf ihrer Seite. Ersatzdrummer John Dette macht einen überzeugenden Eindruck, und Belladonna scheint auf Dauer tatsächlich die beste Wahl zu sein. So sieht eine gekonnte Rückmeldung aus.


Ein Energiepaket: Motörhead-Drummer Mikkey Dee
Was sind das für Arschlöcher, die Lemmy erst mal schön mit Bierbechern bewerfen? Halten die sich für cool? Haben sie Komplexe? Wollen sie Aufmerksamkeit? Ich hab hier einen ausgezeichneten Holzknüppel herum zu liegen, dessen ungeteilte Aufmerksamkeit kann dieses Gesocks gerne haben. Lemmy äußert sich in einer Ansage ähnlich begeistert. Nach einer kurzen Verzögerung durch diese Arschkrampen geht es also los, und man muss leider sagen, dass trotz des hohen Fansupports schnell klar wird, dass die aktuelle Tour nicht gerade eine Sternstunde in der Historie von Motörhead ist. Auf gerade einmal 75 Minuten Spielzeit (aufgerundet) kommt das Trio heute, die Setlist ist der pure Standard, Lemmy ist überhaupt nicht gut bei Stimme und auch Phil hat irgendwie schon mal gelungener soliert. Der Fels in der Brandung ist Mikkey Dee, dessen unglaublich kräftiger Punch selbst aus einer Schmuseballade noch ein Testosteronmonster machen würde und der seine Bandkollegen in seiner ganz eigenen Art durch den Set treibt und dabei wie immer einen Blick wert ist. Ansonsten bleibt festzustellen, dass MOTÖRHEAD (und vor allem Lemmy) halt auch nicht jünger werden und selbst diese schmiedeeiserne, kaum angreifbare Institution irgendwann bröckeln muss. Das Publikum gibt trotzdem alles (ein gut-Teil sieht die Band auch zum ersten Mal) und bereitet dem Konzert dadurch ein versöhnliches Ende. Ach ja, zu 'Overkill' stürmen Anthrax noch einmal die Bühne und feiern zusammen mit dem Headliner den Tourabschluss. Eine nette Geste, die den Zusammenhalt im Tourtross demonstriert.

Setlist Motörhead
  1. I Know How to Die
  2. Damage Case
  3. Stay Clean
  4. Metropolis
  5. Over the Top
  6. Doctor Rock
  7. Guitar Solo
  8. The Chase Is Better Than the Catch
  9. Rock It
  10. You Better Run
  11. The One to Sing the Blues (including Drum Solo)
  12. Going to Brazil
  13. Killed by Death
  14. Ace of Spades
  15. Overkill
Setlist Anthrax:
  1. Caught in a Mosh
  2. Fight 'Em 'Til You Can't
  3. Antisocial (Trust cover)
  4. Indians
  5. In the End
  6. Deathrider
  7. Madhouse
  8. Got the Time (Joe Jackson cover)
  9. The Devil You Know
  10. I Am the Law

Freitag, 12. Oktober 2012

Declamatory – Human Remains (CD-Review)

Label: Eigenproduktion
Spieldauer: 33:53
Release: 13.10.2012
Bandseite: www.declamatory.de
Genre: Heavy Metal
Tracklist:
  1. The Die Off
  2. It´s All Over
  3. Raider Messiah
  4. Law Of The Gun
  5. Night Club Booze Tale
  6. Nomad
  7. A Perfect Drug
  8. Human Remains

Lange musste man darauf warten. Lange musste man sich mit der alten EP und der noch älteren Demo behelfen. Doch die Berliner Jungs von DECLAMATORY haben sich endlich dazu entschlossen, ihr erstes Album „Human Remains“ zu veröffentlichen. Wenn man nun aber so lange Geduld üben musste, steht natürlich die Frage im Raum, ob es sich überhaupt gelohnt hat zu warten?

Hört man nun den ersten Song, merkt man sofort, dass DECLAMATORY weiterhin ihrem Sound treu bleiben. Irgendwo im Grenzbereich von Thrash Metal und Heavy Metal muss man sie wohl anordnen. Fakt ist aber, dass es wenig Bands gibt, die ähnlich klingen. Vor allem haben die Berliner mit Robert Scholich am Mikrofon jemanden, der durch seine variable Stimme einfach heraussticht. Auf der einen Seite kommen immer wieder aggressive Shouts, wie man sie sonst noch nicht gehört hat. Auf der anderen Seite beweist er auf „Human Remains“ auch, dass er wunderbar singen kann. Vor allem beim Titeltrack ‚Human Remains‘, welcher gleichzeitig der ruhigste Track vom Album ist, zeigt sich das Gesangstalent des Frontmanns.

Ansonsten wird die Schlagzahl auf dem Album hoch gehalten. Früher haben bei DECLAMATORY oft noch Synthesizer-Passagen durch die Songs geleitet, doch jetzt übernehmen beide Gitarristen die Aufgabe, hochklassige Hooklines ins Gehör zu pressen. Doch nicht nur die Hooklines übernehmen die Gitarristen. Sie füllen so gut wie jeden Song mit einem passenden Solo. Man kann sich darüber streiten, ob jeder Song der Platte eins braucht, man kann aber nicht bestreiten, dass die Soli immer toll klingen. Der Hauptaugenmerk liegt bei DECLAMATORY aber nicht auf den Soli, sondern auf dem Groove, und so liefert gleich der erste Track ‚The Die Off‘ genügend Passagen, zu den man live seinen Nacken strapazieren und die Haare kreisen lassen kann. Auch die anderen Tracks stehen dem in nichts nach und runden diese groovige Platte ab.

Große Highlights sind dabei meist mitreißende Refrains, die sofort ins Ohr gehen, z.B. ‚It’s All Over‘ oder ‚The Law Of The Gun‘. Auch songdienlich verwendete Neuheiten bei DECLAMATORY wie z.B. ein gezielt gesetzter Blastbeat, wirken frisch und wissen zu gefallen.

Kann man dem Album überhaupt negative Kritik aussprechen? Man kann zumindest behaupten, dass in Anbetracht der langen Wartezeit 8 Songs mit ca. 35 Min. Spielzeit relativ wenig sind. Genauso kann man sagen, dass die Synthesizer-Passagen DECLAMATORYs große Songs ausgemacht haben. Eigentlich sollte aber beim ersten Durchhören schon erkennbar sein, dass die Berliner hier ein großes Statement als erstes Album abgeliefert haben, und das alles auch noch komplett in Eigenproduktion! Das könnte DECLAMATORYs Sprungbrett in höhere Gefilde gewesen sein. Nur eine Bitte an die Jungs: Lasst uns bis zum nächsten Album nicht wieder so lange warten!

9,0

Lars N.

Samstag, 4. Juni 2011

Thrashfest Classics - Die ersten Infos


Oh mein Gott! Die Thrasfest Tour ist die bisher beste, die Rock The Nation, jemals gemacht haben. Das musste mal gesagt werden.

Die 2te Ausgabe heißt nun THRASHFEST CLASSICS und mit dabei sind schon mal folgende Bands: EXODUS, DESTRUCTION und HEATHEN.

Und nun das Beste!

EXODUS - Spielen nur Songs aus den Alben "Bonded By Blood", “Pleasure Of The Flesh“ und “Fabolous Disaster“

DESTRUCTION - spielen nur Songs aus den Alben “Sentence Of Death” und “Infernal Overkill”

HEATHEN - spielen nur Songs aus den Alben "Breaking The Silence” & “Victims Of Deception”

Der HEADLINER wird am 29.08.2011 bekannt gegeben und auch der Opening Act steht noch nicht fest. Man kann also noch so einiges erwarten. Die Dates werden auch demnächst bekannt gegeben. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Wie Rock The Nation so schön sagt: "Dieses Thrash-Spektakel ist an Einzigartigkeit nicht zu überbieten! It’s time for “thrash til’ death!"

Stimmt so!