Label: Eigenproduktion
Spieldauer: 33:53
Release:
13.10.2012
Bandseite: www.declamatory.de
Genre:
Heavy Metal
Tracklist:
The Die Off
It´s All Over
Raider Messiah
Law Of The Gun
Night Club
Booze Tale
Nomad
A Perfect Drug
Human Remains
Lange musste man darauf warten. Lange musste
man sich mit der alten EP und der noch älteren Demo behelfen. Doch
die Berliner Jungs von DECLAMATORY haben sich endlich dazu
entschlossen, ihr erstes Album „Human Remains“ zu
veröffentlichen. Wenn man nun aber so lange Geduld üben musste,
steht natürlich die Frage im Raum, ob es sich überhaupt gelohnt hat
zu warten?
Hört man nun den ersten Song, merkt man
sofort, dass DECLAMATORY weiterhin ihrem Sound treu bleiben. Irgendwo
im Grenzbereich von Thrash Metal und Heavy Metal muss man sie wohl
anordnen. Fakt ist aber, dass es wenig Bands gibt, die ähnlich
klingen. Vor allem haben die Berliner mit Robert Scholich am Mikrofon
jemanden, der durch seine variable Stimme einfach heraussticht. Auf
der einen Seite kommen immer wieder aggressive Shouts, wie man sie
sonst noch nicht gehört hat. Auf der anderen Seite beweist er auf
„Human Remains“ auch, dass er wunderbar singen kann. Vor allem
beim Titeltrack ‚Human Remains‘, welcher gleichzeitig der
ruhigste Track vom Album ist, zeigt sich das Gesangstalent des
Frontmanns.
Ansonsten wird die Schlagzahl auf dem Album hoch gehalten. Früher
haben bei DECLAMATORY oft noch Synthesizer-Passagen durch die Songs
geleitet, doch jetzt übernehmen beide Gitarristen die Aufgabe,
hochklassige Hooklines ins Gehör zu pressen. Doch nicht nur die
Hooklines übernehmen die Gitarristen. Sie füllen so gut wie jeden
Song mit einem passenden Solo. Man kann sich darüber streiten, ob
jeder Song der Platte eins braucht, man kann aber nicht bestreiten,
dass die Soli immer toll klingen. Der Hauptaugenmerk liegt bei
DECLAMATORY aber nicht auf den Soli, sondern auf dem Groove, und so
liefert gleich der erste Track ‚The Die Off‘ genügend Passagen,
zu den man live seinen Nacken strapazieren und die Haare kreisen
lassen kann. Auch die anderen Tracks stehen dem in nichts nach und
runden diese groovige Platte ab.
Große Highlights sind dabei meist mitreißende Refrains, die
sofort ins Ohr gehen, z.B. ‚It’s All Over‘ oder ‚The Law Of
The Gun‘. Auch songdienlich verwendete Neuheiten bei DECLAMATORY
wie z.B. ein gezielt gesetzter Blastbeat, wirken frisch und wissen zu
gefallen.
Kann man dem Album überhaupt negative Kritik aussprechen? Man
kann zumindest behaupten, dass in Anbetracht der langen Wartezeit 8
Songs mit ca. 35 Min. Spielzeit relativ wenig sind. Genauso kann man
sagen, dass die Synthesizer-Passagen DECLAMATORYs große Songs
ausgemacht haben. Eigentlich sollte aber beim ersten Durchhören
schon erkennbar sein, dass die Berliner hier ein großes Statement
als erstes Album abgeliefert haben, und das alles auch noch komplett
in Eigenproduktion! Das könnte DECLAMATORYs Sprungbrett in höhere
Gefilde gewesen sein. Nur eine Bitte an die Jungs: Lasst uns bis zum
nächsten Album nicht wieder so lange warten!
9,0
Lars N.