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Samstag, 17. September 2011

Savatage - Dead Winter Dead - Re-Release (Review)




Artist: Savatage
Album: Dead Winter Dead - Re-Release
Spiellänge: 01:04:38
Release: 22.07.11
Label: earMusic
Link: www.savatage.com

Tracklist:
01. Overture
02. Sarajevo
03. This Is The Time [1990]
04. I Am
05. Starlight
06. Doesn't Matter Anyway
07. This Isn't What We Meant
08. Mozart And Madness
09. Memory [Dead Winter Dead Intro]
10. Dead Winter Dead
11. One Child
12. Christmas Eve [Sarajevo 12/24]
13. Not What You See
14. Miles Away/Follow Me [Acoustic Version]
15. When The Crowds Are Gone [Acoustic Version]

„Dead Winter Dead“ gilt, wie vermutlich alle SAVATAGE Werke seit „Streets“ nicht mehr als der ganz große Überklassiker – naheliegend, denn mit „Hall Of The Mountain King“, „Gutter Ballet“ und „Streets“ hatten die Amerikaner ihre Überalben aufgenommen. Und damit reiht sich „Dead Winter Dead“ in die Reihe der Alben ein, denen aufgrund kultiger Vorgänger nie so recht die Aufmerksamkeit zu kam, die ihnen sicherlich zugestanden hätte. Ja, das Album ist bombastisch und von mir aus auch kitschig, aber auch ein wunderschöner Seelenstreichler und rein musikalisch gesehen absolut einwandfrei. Betrachtet man die Geschichte, die hinter diesem Konzeptalbum steckt, zeigen sich SAVATAGE einmal mehr als Meister der Inszenierung – die rührende Story, die im Jugoslawienkrieg angesiedelt ist, ist textlich wie musikalisch brillant umgesetzt.

Der vorliegende Re-Release von EarMusic ist eine gute Gelegenheit, sich mal wieder mit diesem Album zu beschäftigen. Dabei ist es hilfreich, dass das Booklet zwar wieder optisch unauffällig daherkommt, aber den bisher höchsten Schmöckerfaktor der EarMusic Re-Releases hat. Neben den Texten und kurzen Linernotes, die die Geschichte erklären gibt es zwei abgedruckte Original Zeitungsartikel, die zusammen mit umfangreichen Linernotes die Inspiration für das Album zeigen. Zudem gibt es eine kurze Zusammenfassung der Handlung. Das Booklet hilft, in die Geschichte eintauchen zu können und unterstützt bei parallelem Schmöckern die Atmosphäre der Musik.

Leider nicht so recht passen wollen die Boni. Zwei Akustikversionen, diesmal von „When The Crowds Are Gone“ von „Gutter Ballet“ sowie einem Medley aus „Miles Away“ und „Follow Me“ von „Edge Of Thorns“. Die Versionen sind wie immer ganz hübsch gelungen, ohne wirklich zwingend zu sein, beim Hören des Albums sollte man aber lieber vorher ausmachen, da sie die aufgebaute Gesamtstimmung doch hörbar durchbrechen. Ich empfehle, sich die Songs im Zweifelsfall auf den Computer zu packen und sich, wenn man genug Akustikversionen zusammen hat, eine Akustik CD zu brennen.

Fazit: Die Boni sind exklusiv, aber nicht richtig spannend, das Booklet ist dagegen recht gelungen. Wer als Melodic/Bombast Metal Fan dieses Album noch nicht im Schrank stehen hat, könnte/sollte das an dieser Stelle nachholen. SAVATAGE Fans werden das Ding schon haben und müssen sich nun überlegen, wie sehr sie die Boni reizen – tendenziell ist der Re-Release aber eher was für Einsteiger.

Review von Felix Patzig

Montag, 5. September 2011

Savatage – Gutter Ballet - Re-Release (Review)




Artist: Savatage
Album: Gutter Ballet - Re-Release
Spiellänge: 01:02:37
Release: 25.03.11
Label: earMusic
Link: www.savatage.com

Tracklist:
01. Of Rage And War
02. Gutter Ballet
03. Temptation Revelation
04. When The Crowds Are Gone
05. Silk And Steel
06. She's In Love
07. Hounds
08. The Unholy
09. Mentally Yours
10. Summer's Rain
11. Thorazine Shuffle
12. Alone You Breathe [Acoustic Version]
13. Handful Of Rain [Acoustic Version]

Zu „Gutter Ballet“ muss man nicht besonders viel sagen: Nach dem Überflieger „Hall Of The Mountain King“ schaffen es SAVATAGE 1989, einen mindestens gleichwertigen Nachfolger abzuliefern, der in seinem Bombast und seiner Detailverliebtheit bereits seine Fühler in Richtung der kommenden Konzeptalbum ausstreckt. Dabei gibt es mindestens genauso viel verträumt-balladesken Midtempostoff wie Power Metal Brecher. Tolle Riffs treffen auf gefühlvollen Gesang, beides wird durch ein toll gespieltes Klavier ergänzt. Dazu kommt eine Produktion, die trotz erkennbarer Achtziger-lastigkeit auch heute noch State Of The Art ist – quicklebendig, wie sich das gehört.

Vielleicht ist es der größte Bonus dieses Re-Releases, das er kein Remaster ist, denn die Songs strahlen so unbelastet von der Digitalisierungskrankheit aus den Boxen. Das Booklet fällt leider gerade bei diesem Album unter die Kategorie lieblos. Optisch unspannend werden ein paar Linernotes aneinandergereiht, die aber längst nicht den Informationswert von „Fight For The Rock“ besitzen – Schade. Als Bonusmaterial haben es 2010 eingespielte Akustikversionen von „Alone You Breathe“ und „Handful Of Rain, beide im Original von „Handful Of Rain“, auf das Album geschafft. Beide Versionen sind schön anzuhören und für Fans der Band dementsprechend empfehlenswert – wenn auch nicht wirklich essentiell.

Fazit: Fans von SAVATAGE werden das Album bereits im heimischen Plattenschrank stehen haben und müssen nun überlegen, ob die beiden Bonustracks den Kauf rechtfertigen. Neueinsteigern sei dieses Album dagegen ans Herz gelegt, denn man bekommt eines der relevantesten Alben der Amerikaner im Originalklanggewand. Und für Power Metalfans, die dieses Album noch nicht haben, ist dies eine gute Gelegenheit, das nachzuholen.

Review von Felix Patzig

Mittwoch, 24. August 2011

Savatage - Fight For The Rock - Re-Release (Review)




Artist: Savatage
Album: Fight For The Rock - Re-Release
Spiellänge: 51:24
Release: 22.07.2011
Label: earMusic
Link: www.savatage.com

Tracklist:
01. Fight For The Rock
02. Out On The Streets
03. Crying For Love
04. Day After Day
05. The Edge Of Midnight
06. Hyde
07. Lady In Disguise
08. She's Only Rock'n'Roll
09. Wishing Well
10. Red Light Paradise
11. This Is The Time [Acoustic Version]
12. This Is Where You Should Be

„Fight Fot The Rock“ aus dem Jahr 1986 nimmt in der Geschichte von SAVATAGE eine recht spezielle Rolle ein: Die Band hat bei dem Major Label Atlantic Records unterschrieben und mit diesem bereits ein erfolgreiches Album, „Power Of The Night“, produziert, das jedoch keinen Single Hit abwarf. Die Plattenfirma übte daraufhin Druck auf die Band aus, ein kommerzielleres Album zu schreiben. Dieses Album kam dann mit „Fight For The Rock“, der große Knall blieb jedoch aus. Er kam erst mit dem folgenden, wieder metallischeren Album „Hall Of The Mountain King“.

Nach dieser Einleitung können sich auch Leute, die von diesem Album bisher nichts gehört haben, vermutlich ungefähr vorstellen, was sie erwarten können: Gut gespielter, glatter Hardrock mit Hang zum AOR und gelegentlichen metallischen Ausflügen. Und so ist dieser Re-Release von Ear Music auch der musikhistorisch am wenigsten relevante aus der Serie. Das bedeutet nicht, dass das Album etwa schlecht gemacht wäre – Freunde von melodischem Hardrock im Stile von beispielsweise Journey (die in den Linernotes auch als Referenz genannt werden), werden sicherlich ihre Freude daran haben, denn SAVATAGE haben nie wirklich schlechte Musik gemacht. Die Höhepunkte ihrer Karriere liegen aber definitiv woanders.

Der Re-Release wartet nochmal mit einigen schönen Boni auf. Einerseits ist da „This Is Where You Should Be“, das aus der „Hall Of The Mountain King“ Session stammt. Kennt der geneigte SAVATAGE Fan sicherlich von der Compilation „From The Gutter To The Stage“, aber wer diese nicht sein eigen nennt, für den ist der qualitativ hochwertige Song, der jede Menge Savatage-Magie transportiert, kaum zu verzichten – wenn er „Fight For The Rock“ sowieso noch nicht im Schrank stehen hat, kann er an dieser Stelle zuschlagen. Der zweite Bonussong ist eine Akustikversion von „This Is the Time“ von „Dead Winter Dead“, die von Jon Oliva 2010 aufgenommen wurde und bisher nicht auf CD aufzutreiben ist. Ergänzt werden diese Boni durch umfangreiche Linernotes von Jon Oliva zur Entstehung von „Fight For The Rock“, einem lang ausgefallenen Track-by-Track und den Lyrics. Das ist einmal mehr optisch nur mäßig interessant aufgemacht, aber inhaltlich ziemlich ergiebig.

Fazit: Von den vier neu herausgebrachten Alben ist dieses hier sicherlich das uninteressanteste. Wer es aber, egal ob aus musikalischen Gründen oder einfach der Vollständigkeit halber, haben möchte und nicht auf das Original besteht, wird an dieser Stelle vorbildlich bedient, denn im Kontrast zum Album sind die beiden Bonussongs hochwertig. Und AOR/Hardrock Fans, die dieses Album bisher nicht so recht auf dem Schirm hatten, sollten mal ein Ohr riskieren.

Review von Felix Patzig

Montag, 22. August 2011

Savatage - Power Of The Night - Re-Release (Review)




Artist: Savatage
Album: Power Of The Night - Re-Release
Spiellänge: 51:24
Release: 25.03.2011
Label: earMusic
Link: www.savatage.com

Tracklist:
01. Power Of The Night
02. Unusual
03. Warriors
04. Necrophilia
05. Washed Out
06. Hard For Love
07. Fountain Of Youth
08. Skull Session
09. Stuck On You
10. In The Dream
11. City Beneath The Surface [Live]
12. Hounds [Live]

Ear Music beglücken uns mit ein paar ReReleases von SAVATAGE. Das erste im Reigen ist dabei das Zweitwerk „Power Of The Night“ aus dem Jahre 1985. Das Album ist für SAVATAGE Verhältnisse noch sehr bodenständig, verzichtet fast komplett auf symphonische Elemente und besteht stattdessen aus einer Mischung aus Hardrock mit starken Keyboardelementen und dem, was man später als Power Metal bezeichnen wird. Die Genialität späterer Alben wird dabei nur selten erreicht, es regiert stattdessen am Boden gebliebene Hochklassigkeit, die das Potenzial der Band bereits zeigt, ohne es komplett entfalten zu können.

Die vorliegende Version verschont das Album dankenswerterweise vom Remasteringwahn und lässt den Sound so, wie er ist und wie er sich auch gehört – 80er Metal darf nun mal nicht zu modern klingen, sonst verliert er seine Einzigartigkeit. Als Bonus sind Liveversionen von der alten Avatar Nummer „City Beneath the Surface“ und dem „Gutter Ballet“ Klassiker „Hounds“ am Ende der CD. Sehr gute Songs in schönen Versionen, die der geneigte Fan aber bereits von der Livescheibe „Ghost In The Ruins“ kennt.

Das Booklet besteht aus Linernotes von Jon Olivia, in denen er die Aufnahmen des Albums Revue passieren lässt und auch ein Track-by-Track anfügt, in denen er jeweils etwas zu den Songs, deren Entstehungsprozess oder deren Bedeutung sagt. Dabei betont er vor allem die Wichtigkeit von „Power Of The Night“ als Durchbruchalbum von SAVATAGE. Es ist sicherlich eine Frage der Einstellung, ob man das lieber sehen möchte als ein eventuelles Originalbooklet, vor allem, da die Neugestaltung in diesem Fall optisch extrem unauffällig ist.

Fazit: Besitzer des Originals können sich diese Neuauflage klemmen, wenn sie nicht gerade Allessammler von SAVATAGE sind, denn die vorliegende CD bietet ihnen sicherlich nichts Neues. Für Neueinsteiger ist das Album auch nur mäßig interessant, an dieser Stelle würde ich eher den Re-Release vom sehr viel stärkeren „Gutter Ballet“ oder dem Konzeptalbums „Dead Winter Dead“ nahelegen wollen. Interessant ist diese Version vor allem für Fans von SAVATAGE oder allgemein dem klassischen 80-Jahre US Metal, die das Album noch nicht im Regal zu stehen haben. Die können hier definitiv zuschlagen.

Review von Felix Patzig